„Es geht beim Volksbegehren nicht nur um Bayern!“
Auch vor dem Bundestag in Berlin steht ein RathauslotseGerd Henning-Bottin ist IT-Ingenieur und Mitglied in der Nichtraucher-Initiative Deutschland. Seit einigen Tagen verteilt er die Informationsblätter des Volksbegehrens vor dem Reichtagsgebäude in Berlin. Wir haben ihn gefragt, warum er das tut.
Frage: Wäre es nicht besser, Sie würden die Flyer in München verteilen?Henning-Bottin: Das schaffe ich nicht, ich muss ja arbeiten. Aber ich verteile die Flyer nicht blind drauflos, sondern halte nach Reisegruppen aus Bayern Ausschau.
Frage: Und wie sind die Reaktionen?
Henning-Bottin: Viele haben schon unterschrieben. Andere haben es noch vor. Einige Raucher waren so nett, mir den Zettel wieder zurückzugeben.
Frage: Haben Sie eine besondere Beziehung zu Bayern?
Henning-Bottin: Nein, ich bin ein waschechter Berliner. In Kreuzberg geboren, habe immer hier gelebt.
Frage: Und warum verbringen Sie dann Ihre Freizeit hier im Nieselregen und werben für das bayerische Volksbegehren?
Henning-Bottin: Weil es bei dem bayerischen Volksbegehren nicht nur um Bayern geht! Auch die Politiker in Berlin verfolgen sehr genau, ob die Bürger bereit sind, sich für den Nichtraucherschutz zu engagieren. Dasselbe trifft auf das Saarland, Hamburg, Hessen und andere Bundesländer zu. Auch dort steht der Gesundheitsschutz in der Gastronomie wieder auf der politischen Tagesordnung. Auch in Österreich wird heftig über die zahlreichen Schlupflöcher beim Rauchverbot diskutiert, in der Schweiz sind dazu mehrere Volksbegehren angelaufen. Die schauen nun alle gebannt auf Bayern. Wenn das Volksbegehren dort scheitert, ist das Thema Nichtraucherschutz in ganz Deutschland für lange Zeit vom Tisch. Darum stehe ich hier.